über uns

Der homunculus verlag wurde 2015 durch die vier Gesellschafter Sebastian Frenzel, Laura Jacobi, Philip Krömer und Joseph Reinthaler gegründet, die den Verlag bis heute gemeinschaftlich führen.

Die aus den unbelebten Bestandteilen Zellstoff und Druckerschwärze rezipierbare lebendige Erfahrung, die wir Literatur nennen, trug maßgeblich zu der Idee bei, den Verlag nach dem Homunculus zu benennen – einem künstlich geschaffenen Lebewesen, das spätestens durch seine Rolle in Goethes Faust II Berühmtheit erlangte. Die Micro-Anthologie Der Homunculus gibt seit 2018 einen kurzen Einblick in die Literaturgeschichte des Retortenwesens. Und wie der Homunculus Goethes, der außerhalb seiner Flasche nicht existieren kann, ist auch die Literatur nicht ohne Gefäß, nicht ohne Medium denkbar. All jenen literarischen Werken, die unbedingt erfahren werden sollten, eine Form und eine kräftige Stimme zu verleihen, ist nicht nur unser Antrieb, sondern mit Sicherheit der aller engagierten Verlegerinnen und Verleger. Unser Anliegen ist es außerdem, den Werken ein literarisches Leben zu ermöglichen, das von größerer Dauer ist, als es die immer stärker spürbare Saisonalität in der Buchbranche ansetzt. Literatur für alle Zeit ist der Leitspruch unseres Verlags – weil wir all jene Texte hochleben lassen, die zeitlos sind wie die menschlichen Eigenheiten, Stärken und Schwächen selbst.

Diesen Überzeugungen folgend präsentierte der homunculus verlag bei seinem Debütprogramm im Herbst 2015 u. a. die erste Wiederveröffentlichung des 1921 verbotenen Werks Die schlimme Botschaft – ein zynisches Lesedrama des anarchistischen Schriftstellers Carl Einstein, der fast vergessen ist. Bis heute sind die Außergewöhnlichen und die zu Unrecht Vergessenen ein Kernbestandteil des Verlags, der unter anderem Literatur über Mordechai Gebirtig, den 1942 ermordeten Krakauer Vater des jiddischen Liedes, von der Prager Schriftstellerin Auguste Hauschner und der Königsberger Expressionistin Gutti Alsen im Programm hat.

Aktuelle Autorinnen und Autoren sowie Romandebüts sind seit der ersten Stunde ein ebenso wichtiger Bestandteil des Verlagsprogramms. Alle zeitgenössischen Romane erscheinen im Hardcoverprogramm des Verlags und zeichnen sich jeweils durch originäre Stilistik und ausgefallene Erzählungen aus. Die bisher veröffentlichten Romane aktueller Autoren spielen oft mit Elementen der Fantastik, mittels welchen sie eindrücklich den Boden unserer Realität bestellen. Autoren aus diesem Bereich sind unter anderem der vielfach preisgekrönte Ulrich Holbein (Knallmasse | 2017), Olaf Trunschke (Die Kinetik der Lügen | 2016) und Hotlist-Kandidat Philip Krömer (Ymir oder: Aus der Hirnschale der Himmel | 2016).

Ein besonderes Augenmerk legt der Verlag auf die Literatur Osteuropas. Autorinnen und Autoren aus (dem heutigen) Tschechien, Polen und Kaliningrad sind Bestandteil des Literaturprogramms. Für die kommenden Veröffentlichungen sind bereits weitere Werke aus dem osteuropäischen Raum fest eingeplant.

Der Verlag legt Wert auf ein ansprechendes Design seiner Bücher in allen Bereichen der Mediengestaltung: Im Layout, bei der Auswahl des Papiers, bei der Typografie etc. Wir lieben unsere Produkte und wollen sie für Hand und Auge unserer Leserschaft gleichermaßen angenehm gestalten.
Ebenfalls gehört zum Wesen unserer Verlagsarbeit die Vernetzung und Zusammenarbeit mit engagierten Kooperationspartnern, die viele aufwendige Projekte stark bereichern oder erst möglich machen, wie z.B. die Stiftung Lesen, das Literaturhaus Prag oder die Heinrich-Böll-Stiftung. Vielen Dank dafür!

Ganz besonderer Dank gilt unseren Leser*innen, die unserem Schaffen erst ein Ziel und einen Sinn geben. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre! Bleiben Sie auch weiterhin mit uns gemeinsam unabhängig!

2016 wurde der homunculus verlag von der Kulturstiftung der IHK ausgezeichnet. Seit 2017 ist der Verlag Mitglied im Freundeskreis der Kurt Wolff Stiftung.