Sir Arthur Conan Doyle: Eine Studie in Scharlachrot (ungekürzte Fassung)

18,90 

Die erste Erzählung mit Sherlock Holmes und John Watson in einer liebevollen Ausgabe.

»LESEPROBE«

18,90 

Nicht vorrätig

Beschreibung

Gattung Belletristik | Krimi
Reihe Kriminalgeschichten | Band #4

Seiten 208
Erscheinungsdatum 11. März 2016
Ausgabe Hardcover
ISBN 978-3-946120-24-7

Preis: € (D) 18,90 | € (A) 19,40 | SFR (CH) 27,90

Empfohlen von der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft!

zum Buch

Der kriegsversehrte John H. Watson trifft bei seiner Wohnungssuche in London auf den mysteriösen Sherlock Holmes und bezieht mit ihm mehrere Zimmer in der Baker Street – es ist die Geburtsstunde des legendären Ermittlerduos, das bei seinem ersten Fall mit einem grausamen Mord, tragischer Liebe und unversöhnlichem Hass konfrontiert wird.

Eine Studie in Scharlachrot, die erste Erzählung mit Sherlock Holmes, läutet ein neues Kapitel in der Geschichte der Kriminalliteratur ein. Das spannungsfördernde Konzept, die Identität des Schurken bis zum Ende geheim zu halten, wird hier erstmals auf Romanlänge ausgeführt – mit durchschlagendem Erfolg, wie die bis heute ungebrochene Popularität des außergewöhnlichen Detektivs beweist.

Sir Arthur Conan Doyles Werk liegt mit dieser Ausgabe in einer von Grund auf neu überarbeiteten Übersetzung vor, angereichert mit den Illustrationen der deutschen Erstausgabe von Richard Gutschmidt.

Ausstattung

Mit 25 Illustrationen von Richard Gutschmidt. Bedrucktes Vorsatzpapier mit historischem Kartenmaterial.

»Hier Rezensionsexemplar von Eine Studie in Scharlachrot anfordern

» Hier Pressemitteilung zu Eine Studie in Scharlachrot lesen und herunterladen (Adobe Acrobat Reader erforderlich):
Pressemitteilung herunterladen

Stimmen

»Besonders attraktiv gemacht.« ― Erhard Schütz 2016 (Das Magazin)

Leseprobe

Im Jahr 1878 bestand ich mein Doktorexamen an der University of London und begann in Netley den für Militärärzte vorgeschriebenen medizinischen Lehrgang. Nachdem ich die Kurse dort erfolgreich absolviert hatte, wurde ich dem Fünften Füsilierregiment Northumberland als Hilfschirurg zugeteilt. Das Regiment war damals in Indien stationiert, doch noch bevor ich ihm beitreten konnte, brach der Zweite Afghanische Krieg aus. Bei meiner Landung in Bombay erfuhr ich, meine Einheit sei bereits über die Gebirgspässe vorgerückt und weit in Feindesland vorgedrungen. Ich folgte ihr dennoch, begleitet von mehreren Offizieren, die sich in gleicher Lage befanden, und erreichte Kandahar glücklich, wo ich mein Regiment fand und unverzüglich in meine neue Stellung eintrat.
Der Feldzug, in welchem andere Ehre und Auszeichnungen fanden, brachte mir indessen nur Unglück und Misserfolg. Ich wurde der Berkshire-Brigade attachiert, der ich in der verheerenden Niederlage von Maiwand diente. Im Gefecht traf mich eine Jezail-Kugel in die Schulter, zerschmetterte den Knochen und streifte die Schlagader des Schlüsselbeins. Ich wäre sicherlich den grausamen Ghazia in die Hände gefallen, hätte mich nicht Murray, mein treuer Bursche, unter Aufbringung all seinen Mutes auf ein Packpferd geworfen und mit sich geführt, bis wir die britische Schlachtlinie erreichten.
Schmerzgeplagt und geschwächt von der langen Not, die ich durchgemacht hatte, wurde ich mit einer großen Anzahl weiterer Verwundeter in das Lazarett in Peschawar geschafft. Dort erholte ich mich allmählich und war bereits wieder so weit, dass ich in der Station umhergehen und einige Sonnenstrahlen auf der Veranda einfangen durfte, als mich der Typhus befiel, jener Fluch unserer indischen Besitzungen. Monatelang rang ich mich dem Tod, und als endlich die Macht der Krankheit gebrochen war und mein Bewusstsein zurückkehrte, befand ich mich in so schwächlichem und ausgemergeltem Zustand, dass ein Gremium von Ärzten beschloss, mich augenblicklich zurück nach England zu schicken.
In England besaß ich weder Freunde noch Verwandte und war daher frei wie der Wind — oder wenigstens so frei, wie es ein Auskommen von elf Schilling und einem Sixpence pro Tag einem Mann zu sein ermöglicht. In meinen Umständen führte mich der Weg wie selbstverständlich nach London, diese große Senkgrube, in der die Ströme von Faulenzern und Müßiggängern aus dem ganzen Empire unweigerlich zusammenlaufen. Dort quartierte ich mich für einige Zeit in einem Privathotel im Strand ein und führte ein trost- und zielloses Leben, für das ich meine geringen Einkünfte beträchtlich freigebiger verwendete, als ich es hätte tun sollen. So alarmierend wurde der Status meiner Finanzen, dass ich mich vor die Wahl gestellt sah, die Metropole zu verlassen und irgendwohin aufs Land zu ziehen oder meinen Lebensstil radikal zu ändern. Da ich Letzteres vorzog, sah ich mich genötigt, das Hotel zu verlassen und mir eine anspruchslosere und weniger kostspielige Wohnung zu suchen.
An ebenjenem Tag, da ich zu dieser Entscheidung gelangt war, stand ich vor dem Criterion, als mir jemand von hinten auf die Schulter tippte — ich drehte mich um und erkannte den jungen Stamford, der Assistenzarzt unter mir am Barts gewesen war. Der Anblick eines bekannten Gesichts in dem unüberschaubaren Dschungel London ist für einen einsamen Menschen höchst erfreulich. In früheren Zeiten war Stamford kein enger Vertrauter im eigentlichen Sinn gewesen, jetzt aber begrüßte ich ihn mit Entzücken, und auch er schien sich über das Wiedersehen zu freuen. Im Überschwang meiner Freude lud ich ihn ein, mit mir im Holborn zu Mittag zu essen, und kurz darauf saßen wir zu zweit in einem Hansom.
»Was in aller Welt ist denn mit Ihnen geschehen, Watson?«, fragte Stamford verwundert, als wir durch die belebten Londoner Straßen klapperten. »Sie sind so dürr wie eine Bohnenstange und braun wie eine Nuss.«
Ich gab ihm einen kurzen Abriss meiner Abenteuer und hatte gerade geendet, als wir unser Ziel erreichten.
»Armer Teufel«, sagte er mitfühlend, nachdem er von meinem Unglück gehört hatte. »Und was gedenken Sie jetzt zu tun?«
»Ich bin auf Wohnungssuche«, antwortete ich. »Es gilt die Aufgabe zu lösen, mir ein behagliches Quartier für einen akzeptablen Preis zu verschaffen.«
»Wie sonderbar«, bemerkte Stamford, »Sie sind der zweite Mensch, der heute in meiner Gegenwart eine solche Bemerkung macht.«
»Und wer war der erste?«, fragte ich.
»Ein Bekannter von mir, der in dem chemischen Laboratorium des Hospitals arbeitet. Er klagte mir heute Morgen sein Leid, dass er niemanden finden könne, der mit ihm gemeinsam ein sehr hübsches Quartier mietet, das für seinen Beutel allein zu kostspielig ist.«
»Um Himmels willen«, rief ich, »wenn er wirklich jemanden sucht, der mit ihm die Zimmer und Kosten der Wohnung teilt, so bin ich ganz sein Mann. Ich würde weit lieber mit einem Kameraden zusammenziehen, als ganz allein zu leben.«
Stamford sah mich über sein Weinglas hinweg bedeutsam an. »Noch haben Sie Sherlock Holmes nicht kennengelernt«, sagte er.